Leitmedienwechsel. Digitale Lösungen, die Schule machen.

30. November 2018 /

Der Begriff Leitmedienwechsel findet sich in Literatur und Blogs, wenn es um digitale Lösungen, „die Schule machen“ geht. Bei der heurigen Interpädagogica (2018) konnten wir an unserem Messestand viele PädagogInnen begrüßen, ihnen Connected-Kids näher bringen und unsere neueste Innovation „RoboWunderkind“ vorstellen. Zusätzlich gab es auch einen Vortrag zum Thema „Digitale Lösungen, die Schule machen.“ Dieser Blog lässt Sie nachvollziehen, was Anwesende live konsumieren konnten. 

Der erste große Block befasste sich mit dem Leitmedienwechsel. Verblüffend, wie Bedenken, Sorgen, Ängste auch vor 1000enden Jahren zuvor bei Veränderungen auftraten. Sollen wir uns daher wundern, dass heute an der Schwelle zur Digitalisierung es anders ist? Klicken Sie auf Vortrag 1, sie bekommen damit die PPTx-Folien als PDF.

Leitmedienwechsel 1: Sprachgesellschaft

Leitmedienwechsel   L.E.S.E.N.  1000e Jahre früher. Sokrates und Phaidros (wie Platon sein Schüler)

„Wolle einer ernstlich einen Gedanken aufbewahren und weitergeben, dann dürfen wir ihn nicht in das präparierte Buchstabenbeet säen, wo er schnell aufgehen wie die „Adonisgärten“ und ebenso schnell wieder vergehe, er müsse ihn nach den Regeln der Dialektik – des kritischen Gesprächs – in den Acker der Seele des anderen säen.“ (Quelle)

Mythos von Theut über die Erfindung der Schrift.

Als Theut an die Buchstaben fand, sagte er zum König:

„Dies ist, mein König, ein Lehrgegenstand, der die Ägypter klüger machen und ihr Gedächtnis verbessern wird. Denn meine Erfindung ist ein Mittel für Gedächtnis und Wissen.“

„Der König aber meinte: „Das Geschriebene sei kein Gesprächspartner. Wenn man etwas frage, antwortet es immer das Gleiche; es könne nicht Auskunft geben. Wie ein Kind bedürfe es eines Vaters, um sich zu erklären.“

„Denn diese Erfindung wird in den Seelen derer, die sie erlernen, Vergesslichkeit bewirken, weil sie ihr Gedächtnis nicht mehr üben; denn im Vertrauen auf Geschriebenes lassen sie sich von außen erinnern durch fremde Zeichen, nicht von innen heraus durch sich selbst. Also hast du ein Mittel nicht für das Gedächtnis, sondern eines für die Erinnerung gefunden.
Was aber das Wissen angeht, so verschaffst du den Schülern nur den Schein davon, nicht wirkliches Wissen. Denn da sie durch deine Erfindung vieles hören ohne mündliche Unterweisung, werden sie sich einbilden, vieles zu verstehen, wo sie doch gewöhnlich nichts verstehen, und der Umgang mit ihnen ist schwierig, da sie überzeugt sind, klug zu sein, es aber nicht sind.“ (Quelle)

Leitmedienwechsel 2: Handschriftgesellschaft

Über viele Jahrhunderte wurden Bücher mit der Hand geschrieben, oft in Klöster kopiert, verziert, auf Tierhäuten geschrieben. Nur wenig konnten lesen und schreiben. Gönnen Sie sich den „Helpdesk im Mittelalter“ (Video, 2:24)

Leitmedienwechsel 3: Buchdruckgesellschaft

Leitmedienwechsel

Die Verwendung von beweglichen Lettern ab 1450 revolutionierte die herkömmliche Methode der Buchproduktion (das Abschreiben von Hand) und löste in Europa eine Medienrevolution aus.

Leitmedienwechsel 4. Informationsgesellschaft und Wissensgesellschaft

Die Transformation von der Informationsgesellschaft in die Wissensgesellschaft verändert die Strukturen von Organisationen. Mit technologischen Fortschritten, zunehmender Globalisierung entstehen sowohl neue Möglichkeiten als auch Herausforderungen. Diese Transformation ist zu einem Wettbewerbsfaktor geworden, auch in der Bildung.

Diese Transformation ist nur mit einem Netzwerk und einer guten Verbindung möglich. 

Weil Computer digitalisieren + automatisieren + vernetzen + globalisieren, ändert sich auch unsere Umgebung:

  • Die Informationsflut wird größer, eMail, …
  • alles was automatisierbar wird automatisiert,
  • alles kann mit allem vernetzt werden, so können
    komplexe Probleme gelöst werden,
  • die Prozesse werden beschleunigt …

… das hat auch Konsequenzen:

  • Wir hinterlassen mit jedem Klick eine digitale Spur und verlieren zusehends die Privatsphäre.
  • Arbeitsplätze gehen verloren, neue Kompetenzen sind gefragt.
  • Wir (ver)messen viele Lebensbereiche bis hin zu unserer Fitness.
  • Das subjektive Gefühl von Ohnmacht und Kontrollverlust nimmt zu.
  • Unsere Daten sind nur bedingt sicher, wie Datenleaks dies immer wieder zeigen.
  • Wenige große Plattformen agieren transnational und intransparent.

 

Vortrag 1:

Download als PDF, 3 Charts je Seite, individuelle Anmerkungen möglich

Bildnachweis:

  • wikipwedia, Foto Credit CCO via Pixabay  
Verfasst von
Paul Kral ist Projektleiter von Connected Kids und ist maßgeblich am Erfolg der T-Mobile-Initiative beteiligt.

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