Jeder kann das Internet kindergerecht machen

16. Januar 2015 /
Stopline - Meldestelle für kinderpornografische und nationalsozialistische Inhalte im Internet

Stopline – Meldestelle für kinderpornografische und nationalsozialistische Inhalte im Internet

Im Jahr 2013 haben über 6.000 österreichische Internetnutzerinnen und -nutzer kinderpornografische und nationalsozialistische Inhalte im Internet der Meldestelle Stopline gemeldet, ein Viertel des Materials waren tatsächlich illegal. Nicht nur die Gesamtzahl der Meldungen stieg im Vergleich zu 2012 fast auf das Zweieinhalbfache (2012: 2.615, 2013: 6.070), auch der Anteil des tatsächlich illegalen Materials erhöhte sich von 17 Prozent auf 26 Prozent. Die 1.552 gesetzeswidrigen Inhalte sind zu 98 Prozent kinderpornografische Darstellungen, 2 Prozent sind dem Nationalsozialismus zuzuordnen. Nur drei illegale Inhalte wurden in Österreich gehostet und vom jeweils betroffenen Host-Provider umgehend aus dem Netz entfernt. „Es bedeutet nicht zwingend, dass illegale Inhalte im Internet mehr oder leichter zugänglich werden“, erklärt Barbara Schloßbauer, Leiterin der Stopline. Sie vermutet vielmehr, dass die Userinnen und User aufmerksamer geworden sind, da diese Dank der Medien auf das Thema Kinderpornografie sensibilisiert sind und auch die jahrelange Aufklärungsarbeit der Stopline und ihrer nationalen Partner Früchte trägt.

Auch bei Material, das im Ausland gehostet wird, kann rasch gehandelt werden: Die 46 Partner-Hotlines im weltweiten INHOPE-Netzwerk sorgen dafür, dass kinderpornografische Inhalte im jeweiligen Land schnellstmöglich entfernt werden. Die Stopline-Statistik der Hosting-Länder führten 2013 die USA, Russland und die Niederlande an. 97 Prozent der Meldungen kinderpornografischer Inhalte werden mittlerweile innerhalb eines Tages an die Exekutive weitergeleitet, 2010 lag dieser Wert noch bei 88 Prozent. Während 2010 nur 6 von 10 illegalen Inhalten innerhalb von drei Tagen gelöscht wurden, verschwinden mittlerweile bereits 80 Prozent innerhalb dieser Zeitspanne.

Illegale Inhalte: Wo liegt der Schlüssel zur erfolgreichen Bekämpfung?
Einerseits machen es technologische Entwicklungen immer einfacher, illegales Material zu produzieren, zu veröffentlichen oder aufzurufen. Andererseits gehen auch Minderjährige selbst oft viel zu sorglos mit ihrer Intimsphäre um. Sie posten als Mittel der Selbstdarstellung bedenkenlos freizügige Bilder, die streng genommen als kinderpornografisch gelten. Dadurch verschwimmt die bisher klare Trennung zwischen Opfer und Täter, die Beurteilung des Materials ist nicht mehr so eindeutig möglich. Und auch nationalsozialistische Inhalte, die eine Straftat nach dem Verbots- oder Abzeichengesetz darstellen, werden aufgrund der vermeintlichen Anonymität des Internets oftmals leichtsinnig verbreitet. Über das Meldeformular von Stopline können Inhalte – auch anonym – rund um die Uhr gemeldet werden. Auch beim Gerät des Kindes sollte auf eine altersgerechte Einstellung geachtet werden.

Informationsmaterial Stopline
Leitfaden für Kinder und Jugendliche
Leitfaden für Eltern, Erzieher und weitere Interessierte
Broschüren zum Download

Verfasst von
Sie ist Jugendschutzbeauftragte von T-Mobile und verantwortet den gesamten Kids Blog.

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