Smartphone an Schulen: Verbot bringt nichts, die Einbindung in den Unterricht viel

12. November 2015 /
"Mit einem Hammer kann man einen Nagel einschlagen oder einen Menschen töten. In der gleichen Situation sind wir mit dem Smartphone", sagt Paul Kral.

„Mit einem Hammer kann man einen Nagel einschlagen oder einen Menschen töten. In der gleichen Situation sind wir mit dem Smartphone“, sagt Paul Kral.

Zur Kombination Schule und Smartphones fallen Eltern, Lehrern und der Öffentlichkeit meist nur negative Aspekte ein. Doch das digitale Schweizermesser der Gegenwart lässt sich in den Unterricht auch so einbinden, dass vor allem schlechte Schüler besser und konzentrierter lernen können. Wie das funktionieren kann, zeigt Professor Paul Kral, Geschäftsführer der Bildungsagentur know.-learn&lead mit dem Projekt „Connected Kids„, das er gemeinsam mit T-Mobile entwickelt hat. Im Vorfeld des Tags der Psychologie am 28. November im Wiener Rathaus haben wir mit Professor Kral über Smartphones und Tablets im Unterricht und an den Schulen generell gesprochen.

Immer wieder werden Forderungen nach Smartphone-Verboten an Schulen laut. In Bayern sind die Geräte auch tatsächlich verboten. Was spricht für ein solches Verbot?
Paul Kral: Ich muss vorausschicken, dass ich ein entschiedener Gegner solcher Verbote bin. Aber ich beantworte Ihre Frage trotzdem gerne: Für ein solches Verbot spricht die Alltagserfahrung mancher Pädagogen und Pädagoginnen. Ein Handy lenkt ab, es summt, es stört den Unterricht. Es bringt Pädagogen in der Klasse aus der Fassung. Ein Handy kann gegen den Pädagogen gerichtet werden. Die Schüler können unbemerkt Videos oder Audio-Mitschnitte anfertigen und gleich veröffentlichen. Im schlimmsten Fall kann es als Wurfgeschoss missbraucht werden. Mit dem Smartphone lassen sich also allerhand Dummheiten machen. Aber lassen Sie mich einen Vergleich ziehen: Mit einem Hammer kann man einen Nagel einschlagen oder einen Menschen töten. In der gleichen Situation sind wir mit dem Smartphone.

Lassen sich Handyverbote in Schulen praktisch überhaupt durchführen?
Paul Kral:
Nein. Denn spätestens wenn Sie einem Schüler ein Handy wegnehmen, dann besorgt er sich ein zweites. Wegen des niedrigen Preises ist das ja oft kein Problem. Außerdem ist niemand in der Lage, 25 Kinder permanent im Blickfeld zu haben. Wenn ich an meine Schulzeit zurückdenke: Wir haben unter der Bank Karten gespielt. Und der Lehrer hat uns natürlich dabei erwischt. Aber wir hatten für diesen Fall eben ein zweites Päckchen dabei. Heute ist es eben das Smartphone. Die große Aufregung rund um das Smartphone herrscht deshalb, weil niemand die Chancen sehen möchte, die darin stecken. Besonders die schwächeren Schüler profitieren vom Einsatz der Smartphones oder Tablets.

Wie genau?
Paul Kral:
Wenn ein Kind mit einem Tablet oder Smartphone arbeitet, dann fokussiert es zu 100 Prozent auf den Bildschirm. Die Konzentrationsfähigkeit nimmt eindeutig zu. Das bestätigen alle Pädagogen, mit denen ich das Projekt Connected Kids mache. Die Verhaltensauffälligkeiten von in Bezug aufs Schwätzen besonders aggressiven Schülern nimmt um die Hälfte ab. Die gelegentlichen Tratscher schwätzen um 20 bis 30 Prozent weniger. Das technische Gerät fasziniert die Kids. Wenn die Pädagogen Smartphones oder Tablets aktiv in den Unterricht einbinden, dann gehen sie automatisch auf die Interessen der Kinder ein. Die Schüler können sich selbst einbringen. Und ab diesen Zeitpunkt haben sie keinen Anlass mehr, den Unterricht zu stören.

Beim Projekt Connected Kids vernetzen Sie ein Klassenzimmer einer Volks-, Mittel oder Sonderschule per Internet-Hotspot, und stellen Lehrern und Schülern Tablets und ein Sammlung von 100 Apps für einen bestimmten Zeitraum zur Verfügung. Was war für Sie die schönste Erfahrung, die Sie im Rahmen dieses Projekts gemacht haben?
Paul Kral:
Ich hatte schon ein paar Mal Tränen in den Augen. Etwa bei einem Flüchtlingskind, 12 oder 13 Jahre alt, aus Eritrea. Er war Analphabet und ist damit in der Sonderschule gelandet. Dort hat er von der Tafel Buchstaben abgemalt, die er nie gelernt hat. Mit dem Tablet hat er nun versucht, diese Buchstaben auf der Tastatur zu finden und sie einzugeben. Dann hat er sich angehört, was er eingegeben hat. Zwei, drei, vier, fünf Mal hat er das so gemacht. Und danach hat er den Satz nachsprechen können. So etwas ist das maximale Individualisieren des Unterrichts und das können Sie mit Tablets oder auch Smartphones machen.

Wie reagieren der Lehrkörper auf den Einsatz von Tablets oder Smartphones? Wenn man diese Geräte einsetzt, dann bedeutet dies ja auch organisatorisch eine völlige Umstellung des Unterrichts, denn Frontal-Unterricht ist mit den Geräten eher sinnlos, oder?
Paul Kral:
Also da müssen Sie schon zwischen Volksschule und Sekundarstufe 1; das sind die 10- bis 15-Jährigen; unterscheiden: In der Volksschule sind es die Lehrer gewohnt, sehr differenziert zu arbeiten, Frontalunterricht ist hier selten. Ein Beispiel: Im Schreibunterricht haben die Schüler die Aufgabe, die Zahl Fünf zu schreiben. Das lernen sie an verschiedenen Stationen. An der einen müssen sie die Zahl malen, an der anderen müssen sie den Fünfer mit einem Gummiringerl auf einem Nagelbrett nachzeichnen, und so weiter. Das Tablet ist dann auch eine Station – und es lässt sich hier relativ leicht einbauen. Das nennt man übrigens offenen Unterricht.

Und wie ist das jetzt bei den Älteren?
Paul Kral:
Die sind zu einem höheren Prozentsatz mit Frontalunterricht konfrontiert, der Einsatz von Tablets oder Smartphones bedeutet einen Systembruch. Da hat jeder in der Klasse ein Gerät und jeder ist auf einer anderen Seite. Aber: das ist ja schon in der Vergangenheit so gewesen. Im EDV-Unterricht war es ja auch selten, dass die Computer-Bildschirme aller Schüler das gleiche gezeigt haben. Selbst wenn Sie ein Buch im Unterricht einsetzen, sind nicht alle Schüler auf derselben Seite. Aber das ist ja auch logisch. Ich habe Blitzkneisser in der Klasse, und ich habe solche, die einfach länger brauchen. Tablets und Smartphones geben gerade lernschwachen Schülern die Chance, auch dorthin zu kommen. Es gibt aber auch Systeme, mit denen Lehrer alle Tablets in der Klasse managen können: sie können alle Tablets auf „schwarz“ schalten, oder den Bildschirm des eigenen Gerätes oder den eines Schülers auf allen anderen Tablets zeigen.

Welche Rückmeldungen haben Ihnen die beteiligten Pädagogen nach der Durchführung Ihres Projektes Connected Kids gegeben?
Paul Kral:
 Überwiegend positive. Viele haben haben gesagt, „so, was machen wir jetzt ohne Tablets“ …

… und was machen die jetzt ohne Tablets wirklich?
Paul Kral:
All das können Sie mit Smartphones auch machen. Der einzige Unterschied liegt darin, dass die Tablets keine SIM-Karte hatten, und die Schüler damit nicht Telefonieren, WhatsAppen und SMS-Schreiben konnten.

Aber ich habe Sie unterbrochen. Eigentlich wollte ich Sie nach den Reaktionen der Pädagogen fragen.
Paul Kral: Also wie gesagt, die Reaktionen auf das Projekt sind überwiegend positiv. Ein, zwei kritische Stimmen gibt es immer, aber das ist ja ganz normal. Manche Pädagogen missverstehen eine App als ihren gesamten Lehrplan. Eine Applikation ist aber nur ein kleines Stück daraus. Das ist nicht die gesamte Mathematik einer Schulstufe. Eine Programm kann sich etwa nur mit dem Multiplizieren beschäftigen. Oder mit dem Zerlegen einer Pyramide. So manche Lehrerinnen und Lehrer verstehen nicht, dass sie das Tablet situationsgerecht einsetzen müssen. Es kann ja durchaus sein, und auch Sinn machen, dass das Gerät in einer Unterrichtsstunde nur fünf Minuten lang zum Einsatz kommt. Diese Flexibilität haben eben einige noch nicht aufgenommen.

Kinder kennen sich mit dem Smartphone oder Tablet oft schon sehr gut aus. Kön-nen Pädagogen ihnen da überhaupt etwas beibringen?
Paul Kral:
Das ist eine gute Frage. Die Schüler können das Gerät einschalten und zwei, drei Sachen wirklich gut. Besonders was SMS, WhatsApp, SnapChat und Social-Media-Anwendungen betrifft, sind sie perfekt. Da kann jeder Lehrer von ihnen etwas lernen. Tiefgreifendes Wissen haben die Schüler aber in der Regel nicht. Wenn andere Apps ins Spiel kommen, wie etwa ein QR-Code-Reader. Den haben nur wenige Schüler auf ihren Smartphones, obwohl das ein äußerst praktisches und wichtiges Werkzeug ist. Wenn die Schüler aber mehr über solche Apps wissen wollen, dann greifen Sie oft auf das Wissen des Vaters oder ihrer Freunde zurück. Das ist ja toll.

Warum finden Sie das toll?
Paul Kral: Da werde ich Ihnen ein Beispiel aus meiner Jugend erzählen. Wir sind überaus gerne mit dem Auto nach Salzburg oder Linz gefahren. Den Weg dorthin haben wir gekannt, ob wir dort auch ankommen, indessen nicht. Denn unser Auto war alt und einmal war der Zündverteiler kaputt, ein anderes mal war es ein anderes technisches Gebrechen. Aber wir wussten uns oft zu helfen und wenn nicht, dann haben wir einen Freund angerufen, der sich besser mit Autos auskannte als wir. Mit seiner Hilfe haben wir unser Gefährt dann wieder flott gekriegt, und wir sind in Salzburg oder Linz angekommen. Genau das sind die besten Lernprozesse: Wer hat Know-how, das ich für meine Zwecke anzapfen kann? Diese Fähigkeit wird im Zeitalter der Industrie 4.0  noch wichtiger, als sie es bereits ist. Aber das sieht niemand.

Ab welchem Alter ist es sinnvoll, Kindern ein eigenes Smartphone in die Hand zu geben?
Paul Kral:
Die Altersgrenze hat sich in letzter Zeit jährlich um ein Jahr nach unten verschoben. Zehnjährige können mit eigenen Smartphones schon vernünftig umgehen. Möglicherweise sinkt diese Grenze aber in Zukunft noch ein bisschen weiter. (Anmerkung: Eine aktuelle Studie, wie Kinder das Handy nutzen, finden Sie hier.)

Was ist eigentlich notwendig, um Tablets oder Smartphones in den Unterricht Nutzen bringend zu integrieren?
Paul Kral: Sie müssen sicherstellen, dass jeder Schüler die Chance hat, mit dem Gerät zu arbeiten. Es ist nicht selbstverständlich, dass alle Schüler Smartphones haben. Aber dieses Problem lässt sich lösen, wenn Sie etwa die Schüler in Gruppen einteilen und mindestens ein Kind aus der Gruppe ein Gerät zur Verfügung hat. Günstig ist es auch, wenn die Schule ein WLAN hat, denn dann entfällt die Kostenproblematik für die Schüler. Diese ist dank der Flatrates allerdings immer weniger vorhanden. Gut ist es, wenn es Lehrer an der Schule gibt, die Material, wie etwa Apps, zur Verfügung stellen, und ihre Kollegen zum Ausprobieren animieren. Es muss ja nicht jeder Lehrer auf eigene Faust recherchieren, besser ist es, ein Netzwerk aufzubauen, in dem ich bestimmte Links und Tipps sammeln kann. Ganz wichtig sind konkrete Beispiele, wie ich Tablets und Smartphones im Unterricht einsetzen kann. (Anmerkung: Materialen und Apss, die sich direkt in den Unterricht integrieren lassen, finden Sie hier.)

Was wären solche Beispiele?
Paul Kral: Nehmen wir den Physikunterricht. Ein Lehrer behandelt das Thema Lärm bzw. Dezibel. Dafür kann er Smartphones sehr gut in die Stunde integrieren. Die Schüler installieren eine kostenlose App auf ihren Geräten, die Dezibelstärken anzeigen können und schon geht’s los: Sie gehen nach draußen, und messen dort die Lautstärke. Sie gehen auf den Gang und tun dort das gleiche. Oder sie setzen sich vors Radio, und drehen die Lautstärke lauter und messen gleichzeitig. Da kann der Lehrer dann sagen: Wenn ihr permanent in dieser Lautstärke zuhört, dann schädigt das das Gehör. Das zeigt nämlich dann auch die App so an. Das ist doch viel anschaulicher, als ein frontaler Vortrag.

Gibt’s weitere Punkte, die zu beachten sind, wenn Tablets und Smartphones in den Unterricht integriert werden?
Paul Kral: Ja. Ein ganz wichtiger ist, dass die Eltern mit dabei sind. Das ist bei unserem Connected-Kids-Projekt sogar verpflichtend.

Warum?
Paul Kral: Ganz einfach. Wenn die Eltern die Schüler fragen, was sie heute in der Schule so gemacht haben, dann sagen sie, dass sie mit dem Tablet oder dem Smartphone gespielt hätten. Aber die Eltern wollen doch, dass ihre Kinder in der Schule etwas lernen und nicht spielen. Einerseits statten Eltern ihre Kinder mit Handys oder Smartphones aus, damit sie sie erreichen können. Aber andererseits stehen sie dem Einsatz dieser Geräte im Unterricht sehr kritisch gegenüber, und erweisen sich auch als wahre Bremser.

Wie funktioniert das in der Praxis?
Paul Kral:
Die Schüler suchen sich selbst Apps aus, die sie dann ihren Eltern vorführen. Und die müssen es dann nachmachen. Das ist immer ein Hit. Und für das Selbstwertgefühl eines Kindes so wichtig. Ich bin wer, ich kann was, ich kann jemanden anderen etwas beibringen. Normalerweise zeigt mir immer der Lehrer etwas und mit dem Tablet oder Smartphone kann ich die Rolle einmal umdrehen.

Ein umgedrehter Unterricht sozusagen …
Paul Kral:
 Na ja, nicht ganz. Bei Flipped Classroom ist das schon eher der Fall. Dort stellen Sie den Unterricht wirklich auf den Kopf. Die Schüler bekommen zu einem bestimmten Thema Erklär-Videos und Links zur Verfügung gestellt und müssen sich den Stoff selbst erarbeiten. Sie können aber an einen der darauffolgenden Tage dem Lehrer Fragen stellen, wenn sie diese nicht selbst lösen können. Die Lehrer beschäftigen sich im Unterricht also nur mit den Dingen, die die Schüler nicht verstehen und müssen sie nicht mit dem gesamten Stoff überschütten – und oft auch damit langweilen. Das nennt man Flipped Classroom, und dazu brauchen sie nicht unbedingt ein Tablet oder Smartphone, es reicht auch ein PC. Das ist ein bescheidener Trend im Unterrichtsbereich, es wird mehr darüber berichtet als tatsächlich gemacht. Aber immerhin.

Wir haben jetzt sehr viel über den Einsatz von Tablets und Smartphones im Unterricht gesprochen. Die Schüler nutzen das Handy in der Schule aber sicherlich nicht nur für den Unterricht, sondern auch für private Dinge. Ich denke da an Schummeln, Telefonieren im Unterricht, Spielen, … Wie lässt sich das in den Griff bekommen?
Paul Kral:
 Handys ohne Begleitmusik in Schulen zu erlauben oder in den Unterricht zu integrieren, kann nicht funktionieren. Es gibt an jeder Schule eine Verhaltensvereinbarung oder eine Hausordnung, die den Umgang mit den Geräten regelt, und das ist auch gut so. Es gibt zwei Wege, um zu solch einer Hausordnung zu kommen.

Und die wären?
Paul Kral: Die Direktion kann eine Anordnung machen, was erlaubt und was verboten ist. Wenn Sie es so machen, dann wird es nicht funktionieren. Der bessere Weg ist folgender: Sie listen alle Pros und Kontras auf – etwa im Rahmen einer Lehrerkonferenz. Besser ist es, eine solche Liste gemeinsam mit Schülern zu erstellen und auch die Eltern einzubinden. Denn wenn sie selbst beim Aufstellen dieser Regeln mitarbeiten, dann akzeptieren sie sie auch später. Eine solche Vereinbarung unterschreiben dann auch alle Beteiligten – also Direktor, Lehrer, Eltern und Schülervertreter. Das ist dann bindend, das ist Gesetz.

Wie setzt man eine solche Verhaltensvereinbarung durch?
Paul Kral:
 Dafür gibt es Streitschlichter. Das sind selbst Schüler zu denen anderen kommen können, wenn es Probleme gibt. Dann wird beratschlagt, wie man mit einem Regelbruch umgeht. Die Schüler versuchen das Problem selbst zu lösen und erst dann, wenn ihnen das nicht gelingt, schalten sie den Lehrer ein. All das ist echtes soziales Lernen: Rücksicht nehmen, positiven Chancen sehen und wo es etwas Negatives gibt, dies zu verhindern bzw. gemeinsam zu lösen.

Betrifft das Problem Sexting auch Schulen, oder ist das Sache der Eltern?
Paul Kral: 
Das ist für mich eine zutiefst pädagogische Aufgabe, sich mit dem Problem auseinanderzusetzen; aber genauso ist es auch Aufgabe der Eltern. Bei der App SnapChat etwa muss ich den Kindern ganz klar sagen, dass das Foto „pickt“, sobald ich es ins Web hochgeladen habe. Die gehen nicht mehr weg. Nur siehst Du selber sie vielleicht nicht mehr. Ich darf ein Foto eines anderen ohne dessen Zustimmung gar nicht publizieren. Aber wer sagt das bitte den Kindern? Die Eltern nicht, denn viele wissen das selbst nicht so genau. Mithilfe der Plattform www.saferinternet.at kann hier sich jeder aber das notwendige Wissen aneignen.

Eine letzte Frage: Können sich Schulen oder Pädagogen vor Tablets und Smartphones drücken?
Paul Kral: 
Nein, das können sie nicht. Es ist genau geregelt, welche digitalen Kompetenzen die Schüler in welchen Schulstufen können sollten. Kein Kind darf eine Schule ohne digitale Kompetenzen verlassen. Das ist jedoch leider nicht die Realität. Es gibt etliche Schulen, deren Schüler faktisch nie mit digitalen Geräten oder dem Web gearbeitet haben. Diese Zahl sinkt freilich. Andererseits: Es gibt eine Studie der österreichischen Mobilfunkbetreiber, die besagt, dass sechs Prozent der österreichischen Schulen bereits mit Smartphones arbeiten. Mir selbst erscheint das ein bisschen viel. Wenn es so wäre, wäre ich sehr dankbar.

Das Interview führte Rainer Seebacher.

 

Prof. Dr. Paul Kral ist Pädagoge und war von 1992 bis 2007 Direktor des Pädagogischen Instituts der Stadt Wien. Der Wissensmanager ist Partner bei den Knowledge Management Associates, Geschäftsführer von Know.Learn&Lead und seit vielen Jahren Lehrender im Master-Lehrgang „Educational Leadership – Schulmanagement, MA“ an der Donauuniversität Krems und Lektor an der FH-Burgenland für Angewandtes Wissensmanagment. Kral betreut zudem das gemeinsam mit T-Mobile Austria ins Leben gerufene Projekt Connected Kids, mit dem die digitalen Kompetenzen von Schülerinnen und Schülern verstärkt werden sollen.

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