Sharen, liken & anstupsen leichter als reden

27. Januar 2017 /

Sie sind gleichzeitig mit hunderten Freunden in Kontakt und sitzen trotzdem schweigend da. Sie erzählen ständig über sich und sprechen doch kein Wort: Kinder und Jugendliche lieben die niederschwelligen Möglichkeiten der Kommunikation auf Social Media. Eigentlich hätten sie ja genug Zeit, aber liken, anstupsen und Bildnachrichten verschicken geht schneller und einfacher. Weniger ausformulieren ist aber bequemer, und die Antwort muss nicht – wie im realen Gespräch erwartet – prompt folgen. Und vor allem: ich kann mit einem Klick gleich alle meine Freunde auf einmal erreichen.

So machen sich Soziale Medien die alte Weisheit vom Bild, das mehr als 1000 Worte sagt, erfolgreich zu nutze. Dass es einmal leicht möglich sein wird, ganze Videos zu verschicken, ahnten die Erfinder dieses Sprichworts wohl noch nicht…

Wir haben die Sozialen Netzwerke unter die Lupe genommen und erklären die meist verwendeten Formen dieser in der Fachsprache genannten „Mikrokommunikation“:

Der Klassiker: Liken

Liken

Liken

Ein Like ist meist dargestellt durch einen Daumen nach oben, einem Herzen oder eine sprachlich gestaltete Schaltfläche wie etwa „Gefällt mir“. NutzerInnen sagen damit, dass ihnen etwas gefällt. Lange Diskussionen darüber, ob es auch einen Dislike-Button geben soll, hat Facebook mittlerweile elegant gelöst: Seit dem Vorjahr gibt’s auch die Varianten Love, Haha, Wow, Traurig und Wütend. Trotzdem wird der klassische Daumen nach oben nach wie vor mit Abstand am häufigsten geklickt.

Das „Hallo“ zwischendurch: Anstupsen

pokeWer auf Anstupsen oder Poken oder klickt, will Kontakt aufnehmen. Der oder die Angestupste wird über das „Hallo“ zwischendurch benachrichtigt und kann zurückstupsen. Je nach Plattform ist es aber mehr als nur ein simples „Hallo“. Der Vorteil: der oder die Angeflirtete muss nicht zwingend reagieren. Niemand ist deshalb wirklich böse.

 

Gefühle, Gefühle, Gefühle: Emojis

Liken

Liken

emoji-x-mas-tree
Besonders beliebt sind Emojis oder Emoticons. Richtig, da steckt der Begriff Emotion drin, also es geht um Gefühle. Messengerdienste wie WhatsApp bieten mittlerweile eine riesige Palette an Emoticons. Die Spezialisten unter den Kids können eine Reihe von Emoticons auch bloß durch die Aneinanderreihung von Satzzeichen und Buchstaben erzeugen. So ergibt etwa die Zeichenfolge aus Doppelpunkt, Bindestricht und schließender Klammer ein ein lächelndes Gesicht. Die meisten digitalen sozialen Kommunikationsmittel erkennen mittlerweile diese Zeichenfolge bei der Eingabe und ersetzen sie automatisiert durch ein eigenes Icon, wie hier etwa auch unsere Blog-Software J.

Mit den kleinen Bildchen werden mittlerweile aber nicht nur einzelne Wörter ersetzt, sondern ganze Geschichten erzählt. Oder gar ein Bild gezeichnet.

Super, das will ich auch: Teilen

shareBei den meisten sozialen Netzwerken ist es durch Klick auf einen Button möglich, fremde Beiträge in die eigene Kommunikation zu übernehmen und so auch einfach mit den eigenen Freunden zu teilen. Teilen oder Retweeten, wie es Twitter nennt, gilt in der Kommunikation in sozialen Netzwerken als höchste Form der Zustimmung.

 

Mein Leben in Geschichten: Stories

instagram-stories

Snapchat hat damit in den vergangenen Jahren den Durchbruch geschafft. Seit kurzem ist es auch auf Instagram möglich: Durch die Aneinanderreihung einzelner Bilder erzählen UserInnen Kurzgeschichten aus ihrem Alltag. Meist mit einfachen Texten oder Zeichnungen versehen, posten sie Fotos oder Videos, die nur für den eigenen Freundeskreis sichtbar sind und nach einem Tag wieder verschwinden, also nicht mehr im klassischen eigenen Profilverlauf sichtbar sind.

Bildquellen: emojipedia.orgicon-icons.comicons101.com

Verfasst von
Walter Fikisz ist Social Media Manager an der Pädagogische Hochschule Niederösterreich. Sein wissenschaftliches Interesse gilt der Verbindung von Kommunikation und Pädagogik. Er „lebt“ Social Media und möchte deren Gesetzmäßigkeiten und Auswirkungen auf die „Generation Z“ noch genauer erforschen.

Kommentieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.