Das erzählen und wünschen sich 3 Tablet-Generationen

23. Juni 2017 /

Der große Connected Kids-Event hat den fast 350 Teilnehmer/innen gezeigt, dass digitale Bildung WIRKLICH mehr als 0 und 1 im Klassenzimmer bedeutet, so sehen dies auch die 3 Tablet-Generationen. Auch wenn Beat Döbeli überzeugend für digitale Medien argumentieren konnte, blieben in manchen Köpfen Zweifel und Bedenken bestehen. Das ist gut so, denn dadurch können die Kernaussagen nochmals nachgeschärft werden:

Sowohl-als-auch statt Entweder-oder

  • Viele Argumente gegen digitale Medien in der Schule gehen von einer Entweder-oder-Entscheidung aus: Wald oder Computerraum, Handschrift oder Tastatur, gemeinsam oder einsam usw.
  • Beat Döbeli sieht das so: „Das eine schließt das andere nicht aus“ und „Es kommt immer auf das Maß an“. Ja, die Ressourcen (Zeit, Geld, Aufmerksamkeit) sind begrenzt und das eine kann nur auf Kosten von etwas anderem umgesetzt werden. Insofern ist es oft zwar kein Entweder-oder, aber durchaus eine Hier-mehr-dafür-dort-weniger-Situation.
"Mehr als 0 und 1" für 3 Tablet-Generationen

„Mehr als 0 und 1“ für 3 Tablet-Generationen

Der Bücher-Check

  • Auch wenn digitale Medien nicht vollständig mit Büchern vergleichbar sind, so lohnt es sich doch, sich zu fragen: Gilt dieses Argument nicht auch für Bücher? Machen Bücher weniger einsam und dick als Computer und Internet? Geben Bücher nicht genauso nur eine medial vermittelte Wirklichkeit wieder, wie dies Computern und Internet vorgeworfen wird?
  • Der Vergleich mit Büchern macht die entsprechenden Argumente nicht haltlos. Aber er zeigt, dass die Argumente differenzierter betrachtet werden müssen, als dies oft getan wird.

 

Die Warnung vor monokausaler Verallgemeinerung

Oft werden bei Argumenten gegen das Digitale in der Schule Beispiele oder Studien angeführt, bei denen die Nutzung digitaler Medien im Zusammenhang mit schädlichen Phänomenen (Sucht, Einsamkeit, Konzentrationsprobleme usw.) beobachtbar sind. Zwei Überlegungen dazu:

  • Nur weil die Nutzung digitaler Medien zusammen mit einer negativen Verhaltensweise beobachtbar ist, kann nicht automatisch daraus geschlossen werden, die Nutzung digitaler Medien sei die Ursache dieser negativen Verhaltensweise:
  • Aus Extrembeispielen kann nicht auf die Allgemeinheit geschlossen werden: Dass in Korea bereits Jugendliche beim Computerspielen umgekommen sind, ist tragisch. Daraus jedoch Schlüsse für alle Jugendlichen zu ziehen, ist problematisch. Der Straßenverkehr fordert tägliche Verletzte und Todesopfer. Fast niemand verlangt aber die totale Abschaffung des Straßenverkehrs. Es findet einerseits eine Güterabwägung und andererseits die Suche nach Schutzmaßnahmen statt.

[Die Textstellen sind dem Buch – Döbeli, B. (2016). Mehr als 0 und 1. Schule in einer digitalisierten Welt. Bern: hep Bildungsverlag. S. 175ff – entnommen.

Doch was sagen dazu die 3 Tablet-Generationen?

 

  • Eine 1.1 Tabletklasse verlässt die Volksschule

Eine 1.1 Tabletklasse hat vier Jahre mit Tablets an der Volksschule 1220, Schukowitzgasse 89 (Breitenlee, Barbara Zuliani) gelernt. Nun sind einige Schüler/innen im Polgargymnasium Wien 22, Polgarstraße (Joe Buchner). Das Video zeigt, was diese ehemaligen Schüler/innen, ihre Eltern und Großeltern (3 Tablet-Generationen) dazu zu sagen haben.2. Volksschüler/innen und ihre digitalen Wünsche. Link.

 

  • Volksschüler/innen formulieren ihre digitalen Wünsche

In der Volksschule ‚Glückskäferlschule`, 1220, Markomannenstraße 9 (Petra Tratberger) haben die Schülerinnen ihr digitalen Wünsche an die „Politik“ formuliert. Link1. Link 2:

 

 

 

  • Was Schulabgänger einer NMS zur Arbeit mit Tablets im Klassenzimmer sagen

Eine Sportwoche der NMS FRIEDRICH-ZAWREL-SCHULE, 1030, Hörnesgasse 12 war Anlass, sich nach vier Jahren mit Tablets im Klassenzimmer zu Wort zu melden. Diese Schüler/innen verlassen heuer die Schule, wollen aber, dass Tablets fester Bestandteil des Unterrichts im Klassenzimmer bleiben soll. Link.

 

  • Am Start in das Berufsleben

Zwei Schülerinnen der PTS 1070, Burggasse 14-16 (Lennart Reymann) stehen an der Schwelle zum Beruf. Sie erleben derzeit die Projektphase Connected Kids und merken, wie ihnen Tablets individuell helfen können, wie diese für den Berufseinstieg relevant sein werden. Link.

 

Verfasst von
Paul Kral ist Projektleiter von Connected Kids und ist maßgeblich am Erfolg der T-Mobile-Initiative beteiligt.

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