Chatbots I: Maschinen, die mit uns sprechen

04. August 2017 /
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Immer öfter begegnen uns im Internet sprechende Maschinen. Sechs Möglichkeiten, wie uns diese „Chatbots“ im Alltag hilfreich werden können.

„Es tut mir leid, meine Antworten sind begrenzt. Sie müssen die richtigen Fragen stellen.“ – Sehr ehrlich antwortet der menschenähnliche Roboter Sonny im Film „I, Robot“ aus dem Jahr 2004. Kaum mehr als zehn Jahre später ist diese Science Fiction Realität geworden. Mit einem Unterschied: die Antworten heutiger „Chatbots“ sind dank künstlicher Intelligenz unbegrenzt. Sie begegnen uns bereits öfter als wir vermuten: beantworten Fragen, die wir als Kunden an Unternehmen stellen oder beliefern uns in Sozialen Netzwerken mit Informationen.

Chatbots – als wär’s ein Mensch

Der wesentliche Kern eines Chatbots ist die Kommunikation über „natürliche Sprache“ mit einem System, das im Hintergrund agiert. Der/die Nutzer/in kommuniziert also mit einem Computersystem, als wäre es ein Mensch. Er/sie kann also gezielt Fragen stellen oder Aussagen tätigen, die das System erkennt und eine logische Antwort ermittelt. Hinter dieser Fähigkeit stehen so genannte „Natural Language Processing“ Systeme. Und natürlich eine riesige Wissensbasis, die der Bot in sekundenschnelle abfragen kann.

Gerne genutzt werden Chatbots von Unternehmen zur Kommunikation mit ihren Kunden. Für Letztere werden Antwortzeiten reduziert, es können beliebig viele Anfragen gleichzeitig bearbeitet werden und Chatbots sind rund um die Uhr, sieben Tage die Woche erreichbar. Für die Unternehmen selbst bringen Chatbots natürlich einen riesigen Vorteil: Personalkosten sparen.

Chatbots

Chatbots sind eigentlich nichts neues. Bereits 1966 entwickelte Joseph Weizenbaum „ELIZA“, ein Computerprogramm, das über natürliche Sprache mit Menschen kommunizierte. Dass Chatbots aber erst jetzt so weit verbreitet sind, liegt an der Beliebtheit von Messenger-Diensten wie dem Facebook-Messenger oder WhatsApp. Beide ließen im vergangenen Jahr erstmals Chatbots zu, was die Zahl der Bots schlagartig erhöhte. Schätzungen zufolge gehen aktuell täglich mehrere hundert Chatbots online. Aus dieser unüberschaubaren Fülle haben wir eine kleine Auswahl an praktischen Bots für Erwachsene und Kinder zusammengestellt:

  • Andy English Bot: Dieser Chatbot hilft beim Englischlernen. Der Bot kann zu verschiedenen Themen sprechen und korrigiert Grammatikfehler in den Antworten.
  • What’sMeBot: Dieser Bot der Deutschen Bundesagentur für Arbeit hilft bei der Berufswahl. Der What’sMeBot stellt Fragen, die mit Emojis oder einer passenden Ziffer beantwortet werden müssen. Am Ende erscheint eine Auswertung, welcher Berufstyp der passende für den jeweiligen User ist.
  • Kayak: Dieser Chatbot der bekannten Urlaubs-Suchmaschine hilft beim Finden von Hotels, Flügen und Mietautos.
  • T-Rex National Geographic Chatbot (englisch): Durch den Chat können die Kinder das T-Rex Dinosaurier-Weibchen Tina über verschiedene Fakten aus seinem Leben auf der Erde abfragen, worauf es bereitwillig antworten wird.
  • Poncho (englisch): Eine Katze im gelben Regenmantel gibt Auskünfte über’s Wetter vor Ort.
  • Food-Network-Bot (englisch): Dieser Facebook-Chatbot hilft dabei, neue Rezepte zu finden. Nach Eingabe bestimmter Kriterien oder Zutaten liefert der Bot passende Rezepte. Der „Surprise Me“-Button liefert Überraschungs-Rezepte.
  • TINKA (deutsch): Die Dame ist der Chatbot von T-Mobile und hilft rund um die Uhr Kunden bei Fragen weiter. Sie ist auf der Webseite des Unternehmens oben rechts zu finden.

Erfahren Sie in unserem nächsten Blogbeitrag mehr über die Herausforderungen, vor die uns Chatbots stellen und wie man so genannte Social Bots in Sozialen Netzwerken entlarven kann.

Verfasst von
Walter Fikisz ist Social Media Manager an der Pädagogische Hochschule Niederösterreich. Sein wissenschaftliches Interesse gilt der Verbindung von Kommunikation und Pädagogik. Er „lebt“ Social Media und möchte deren Gesetzmäßigkeiten und Auswirkungen auf die „Generation Z“ noch genauer erforschen.

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