Influencer. Was Bibi hat, will ich auch haben …

28. Juli 2017 /

Die neuen Stars aus Youtube & Co. genießen bei ihren Fans vollstes Vertrauen. Als „Influencer“ haben sie immer größere Bedeutung für die Werbewirtschaft. Mitunter mehr als zwei Millionen Views erreicht die deutsche Youtuberin Bibi mit den Video-Einblicken in ihren „Beauty Palace“ nur innerhalb weniger Tage. „Einschaltquoten“, von denen viele etablierte Fernsehstationen nur träumen können. Youtube & Co. sind längst zum „Fernsehen“ der jungen Generation geworden. Und die Stars aus Youtube erreichen unter Jugendlichen jenen Status, den früher nur Pop- oder Holliwoodstars schafften.

Attraktiver als der verstaubte Versandkatalog

Bibis Beauty Palace, Julienco & Co. teilen ihr Privatleben, unterhalten und schaffen Beziehung. Die jungen Menschen vertrauen deshalb ihren Idolen aus dem Video-Kanal. Was sie sagen, übt starken Einfluss auf ihre Fans aus. Marketingstrategen haben dieses Phänomen längst erkannt und nützen die „Influencer“, wie Youtuber und Instagramer mit mehr als 50.000 Followern mittlerweile im Fachjargon genannt werden, zur Bewerbung von Produkten bei jungen Zielgruppen.

Bereits bis zu 20% ihres Marketingbudgets geben Unternehmen mittlerweile für die Arbeit mit Influencern aus. Während diese einerseits behaupten, natürlich nur Produkte zu präsentieren, hinter denen sie auch hundertprozentig stehen können, schweigen sie andererseits auf Fragen, wie viel Geld sie von Unternehmen zur Vorstellung eines bestimmten Produktes erhalten.

Millionen Follower

In Österreich sind es laut einer Studie des Linzer Marktforschungsinstitutes IMAS mittlerweile rund 14 Prozent der User/innen, die diese Influencer zumindest einigermaßen häufig auf YouTube verfolgen, weitere 20 Prozent weniger häufig. Dies entspricht im weitesten Sinn rund 1,3 Mio. Personen. Wohlgemerkt: Die Follower auf Instagram, Facebook und Twitter sind hier noch nicht miteinberechnet.

Kennzeichnung wichtig

Natürlich ist es prinzipiell nichts Verbotenes, wenn Menschen Produkte in ihren Videos bewerben. Einige Agenturen haben inzwischen auch Guidelines dafür entwickelt, wie man mit Bloggern, Youtube-Stars und anderen kleineren und größeren Influencern umgeht. Ein allgemein gültiger Verhaltenskodex, der sich in der gesamten Branche durchsetzt und von allen Beteiligten akzeptiert und verlinkt wird, fehlt aber noch. Ein klarer Hinweis, wann es sich bei den Videobeiträgen um bezahlte Werbung handelt, fehlt somit.

Erfolgreiche Influencer

Hier eine kleine Auswahl der erfolgreichsten Influencer im deutschsprachigen Raum. Die Zahlen in Klammern entsprechen den aktuellen Followern auf den einzelnen Kanälen (Juli 2017):

Deutschland

 

Österreich

 

Influencer in den Medien

  • Influencer in ForbesMein Leben als Influencer: Wie ich versuchte, innerhalb von vier Wochen eine einflussreiche Persönlichkeit in dem sozialen Netzwerk Instagram zu werden und damit richtig viel Geld zu verdienen. In Zeit-Online 
  • Traumjob Influencer? Hübsche junge Menschen verdienen viel Geld, weil sie im Internet für Mode oder Kosmetik werben. Das sieht verlockend einfach aus, ist aber harte Arbeit. In Frankfurter AllgemeineWirtschaft
  • Top Influencer: Meet the power player who’ve turned social media platforms into fortunes and empires. Auf Forbes

Bildquellen: Screenshots aus www.youtube.com, Pixabay

Verfasst von
Walter Fikisz ist Social Media Manager an der Pädagogische Hochschule Niederösterreich. Sein wissenschaftliches Interesse gilt der Verbindung von Kommunikation und Pädagogik. Er „lebt“ Social Media und möchte deren Gesetzmäßigkeiten und Auswirkungen auf die „Generation Z“ noch genauer erforschen.

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